Frage

Offene Leistungen bei Bauträgermaßnahme

Sehr geehrte Frau Dr. Seiter!

Wir haben am 28.07. unser Haus von unserem Bauträger
übergeben bekommen, es gab ca. noch eine DIN-A4 Seite
an noch zu erledigenden Punkten, die innerhalb von vier Wochen bearbeitet werden sollen. Das waren keine Mängel,sondern Dinge, die einfach fehlen.
Es ist so gut wie nichts passiert.
Seit ca. vier Wochen reagiert unserer Projektleiter auf nichts mehr, egal ob wir anrufen oder schreiben. Zum Beispiel haben wir keine Jalousie im Schlafzimmer, die extra teuer beim Bauträger gekaufte SAT-Anlage funktioniert nicht, die versprochene Einweisung in die Heizungsanlage ist noch nicht erfolgt und den Ordner mit der "Gebrauchsanweisung" für unser Haus haben wir ebenfalls nicht wie versprochen nach einer Woche erhalten.
Außerdem steht uns noch eine Gutschrift für
Leistungen, die wir nicht in Anspruch genommen haben, zu.

Wir haben bisher die letzte Rate für unsere Sonderwünsche einbehalten, das sind aber noch nicht einmal 1% des Kaufpreises und die offenen Dinge könnten wir damit nicht zahlen!

Nach was für einer Frist können wir diese Dinge (es geht vor allem um die Satellitenschüssel, die richtig ausgerichtet werden muss und die Einweisung in die Heizung) selbst in Auftrag geben und die Kosten an den Bauträger weiterleiten?

Vielen Dank für Ihre Mühe!

Fachbereich: Bau- und Architektenrecht
Preis: EUR 30,00
Erstellt am: 07.10.2010, 20:31 Uhr

Antwort

Sehr geehrte Fragende,

Sie müssen zunächst dem Bauträger eine Frist mit Ablehnungsandrohung setzen, bevor Sie eine Ersatzvornahme (d.h. die Beauftragung eines anderen Unternehmers und die "In-Rechnung-Stellung" dieser Kosten an den Bauträger) machen können.

Diese Frist kann auch kürzer sein, da Sie bereits mehrfach um Klärung gebeten haben (angemessen wären z.B. 10-14 Tage, das Fernsehen betreffend ggf. auch kürzer, da es sich hier um eine notwendige Informationsquelle handelt).

Ohne die sogenannte Ablehnungsadnrohung können Sie jedoch ihm nicht die Kosten in Rechnung stellen, die dann ein anderer Handwerker Ihnen in Rechnung gestellt hat.

Daher dies unbedingt schriftlich - am besten per Einschreiben - nachholen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Sollte der Bauträger sich weiter verleugnen lassen oder weigern, die Kosten zu übernehmen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Beantwortet von:

Dr. Corina Seiter
Dr. Corina Seiter
Rechtsanwältin u. Diplom-Ökonomin, zugleich Fachanwältin für Strafrecht & Familienrecht