Frage

erfundene böswillige Unterstellung

Im Oktober letzten Jahres arbeitete ich als Promotor über eine Firma bei einem Elektronikkonzern.
Ich unterhilet mich mit einem andere Promotor über verschiedenes Urlaub - Philippinen.)
Dabei zeigte ich ein Foto eines Mädchens auf meinem Handy

Die Promotorin wandte sich daraufhin angewidert um und sagte: Oh Gott, dass ist ja noch ein Kind! Also mit so jemandem wie dir möchte ich nichts mehr zu tun haben!
Später erschienen zwei Abteilungsleiter und baten die Bilder meines Handys sehen zu dürfen, da ich angeblich Kinderpornobilder zeige.

Ich zeigte es ihnen und sie konnten bestätigen, dass weder Kinder noch Nacktbilder dort zu sehen waren.

Abends erhielt ich meinen Rauswurf.

Man meinte: Kundinnen hätten sich beschwert, dass ich sie Bezugs nebenher Geld verdienen angesprochen hätte ud ich zeige Pornobilder mit Telefonnummern (und Kinderpornobilder). Alles Lüge!
Mündlich bekam ich lebenslang Hausverbot in allen Märkten dieser Kette!!!
Der Abteilungsleiter hat nie Bilder auf meinem Handy gesehen, da er an dem Tattag gar nicht anwesend war. Und wie gesagt: zwei andere Abteilungsleiter konnten beweisen, dass dort keine waren.
Des weiteren habe ich keine Telefonnummer von Mädchen auf meinem Handy. Wozu auch?

Aufgrund des Hausverbotes hat die betreffende Promotionfirma auch kein Interesse mehr mit mir zusammenzuarbeiten.

Kann ich nicht gegen diese böswilligen Lügen / Unterstellungen juristisch vorgehen, bzw Schadensersatz einklagen?
Kann ich dagegen klagen?

Fachbereich: Arbeitsrecht
Preis: EUR 59,00
Erstellt am: 22.04.2009, 22:53 Uhr

Antwort

Sehr geehrter Fragender,

Der Filialleiter hat das Hausrecht für seine Filiale. Daher darf er auch ein Hausverbot erteilen.
Grundsätzlich gilt dies natürlich nur für seine Filiale.

Allerdings ist denkbar, dass er eine Vollmacht vom Vorstand der Kette bekommen hat.
Dann kann er auch ein Hausverbot für die gesamte Kette aussprechen.

Für gewöhnlich muss er Ihnen dann diese Vollmacht anzeigen.

Ohne einen sachlichen Grund kann ein Hausverbot für ein Kaufhaus bzw. eine Kaufhauskette nicht erteilt werden.
Hintergrund für das vorliegende Hausverbot ist anscheinend das angebliche Ansprechen von zwei Kundinnen/jungen Frauen bzw. das angebliche Bedrängen der Kollegin. Entspräche dies der Realität, so kann selbstredend das Hausverbot erteilt werden.

Wenn das nicht stimmt- wie von Ihnen dargelegt-, kann man dagegen juristisch vorgehen.

Insoweit ist auf Unterlassung der falschen Darstellung vorzugehen.

Allerdings ist die Beweisführung sehr schwierig und äußerst ungünstig. Auf der Gegenseite sind drei Personen, der Geschäftsleiter, der Abteilungsleiter und der Detektiv.
Alle drei werden mit ziemlicher Sicherheit aussagen, dass Sie die jungen Frauen angesprochen haben und die Kollegin bedrängt haben.

Vor diesem Hintergrund kann sich Ihr Arbeitgeber von Ihnen trennen. Insoweit fehlt durch das Hausverbot die rechtliche Befähigung, an Ihrem Arbeitsplatz tätig zu sein.

Wenn Sie allerdings Zeugen haben, dass Sie die jungen Frauen nicht derart angesprochen haben oder die Kollegin nicht bedrängt haben, sähe die Beweisführung besser aus.

Dann haben Sie tatsächlich das Recht auf Schadensersatz bzw. auch die Möglichkeit, gegen das Hausverbot vorzugehen. Rechtliche Möglichkeiten gegen den Arbeitgeber wären auch möglich, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob dies noch fristgerecht wäre.

Gegen das Hausverbot müssten Sie direkt den Filialleiter anschreiben und mit Fristsetzung ihn auffordern, das Hausverbot aufzuheben. Andernfalls besteht nur die Möglichkeit des Klageweges.

Das selbe gilt für die Schadensersatzansprüche. Hier wären Ansprüche gegenüber der Mitarbeiterin, die das behauptet oder die Firmenleitung denkbar.
Auch hier sollte ein Schreiben mit Fristssetzung erfolgen.

Ich hoffe, ihnen weitergeholfen zu haben.

Nutzen Sie ansonsten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit fruendlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Beantwortet von:

Dr. Corina Seiter
Dr. Corina Seiter
Rechtsanwältin u. Diplom-Ökonomin, zugleich Fachanwältin für Strafrecht & Familienrecht

Nachfrage

Der Grund für das hausverbot ist schlicht der, dass die GL mich für einen Zuhälter hält, mir (indirekt) unterstellt, ich hätte hier ein Bordell und würde 90% der Einnahmen behalten (usw)
will er das ganze noch damit unterstreichen, dass ich Kundinnen um Mitarbeit gefragt hätte und Mitarbeiter bedrängt hätte.

Da dies aber nicht wahr ist und auch von den 3 gar nicht bewiesen werden kann, sehe nicht ich mich in der Beweispflicht, sonder die 3. Und da ich nachweisen kann, dass alle meine Models auf den Philippinen leben und mich nur per internetcam gesehen haben bzw per yahoo kontakten kann, sprich: ich hier keine Models habe, ist es logisch, dass ich hier Kundinnen nicht drauf angesprochen habe. Des weiteren kann ich auch beweisen, dass ich kaum etwas für meine "Hilfe" für die Mädels verdiene.

Und da noch diese böswillige Unterstellung an meine Firma weitergegeben wurde ( also einem dritten) frage ich Sie noch einmal, ob sie eine Klage gegen die 3 als erfolgreich ansehen.